Freitag, 16. August 2013

Lesestoff


Eins vorneweg: ich bin kein großer Bücherwurm! Ich wäre zwar gerne einer, aber es hapert an der Umsetzung. Im Alltag finde ich die Zeit oft nicht zum Lesen und da ich für die Uni sowieso etliche Paper und Bücher lesen muss, verbringe ich die restliche Zeit lieber anderweitig. Trotzdem stöbere ich gerne in Bücherläden und hin und wieder wandert auch ein Buch in die Einkaufstüte. Dann kommt allerdings die nächste Hürde: ich beginne zu lesen und alles ist gut, aber irgendwann komme ich an den Punkt wo mich das Lesen dann unglaublich anstrengt und dann klappe ich den Buchdeckel zu. In meinem Bücherregal stehen eine Menge angefangener Bücher, allesamt Empfehlungen, bei denen ich über die ersten 50 Seiten nicht hinaus gekommen bin. Wenn ich diese Bücher dann sehe überkommt mich ein schlechtes Gewissen und ich nehme mir vor in den Ferien endlich mal den kleinen Berg abzuarbeiten.
Ich habe mittlerweile seit gut einem Monat Semesterferien und bis jetzt habe ich mich gut geschlagen. Als ich im Juli noch in Wien war, habe ich es mit auf meinem Balkon gemütlich gemacht und einen Nachmittag damit verbracht Julia Zanges "Die Anstalt der besseren Mädchen" zu lesen.

Loretta ist Mitte zwanzig und lebt in Berlin. Wenn sie morgens keine To-Do Liste von ihrem Freund bekommt, wandert sie ziellos durch Berlin oder vergräbt sich in ihrem Bett. Als sie ein Kind bekommt fährt sie mit ihrer Tochter Marla aufs Land und lebt dort in einem Mädchen-Camp.
"Sie lebt das Leben, das Mädchen ihresgleichen so führen, wenn sie gesegnet und geplagt sind mit einem viel zu fein kalibrierten Sensorium: Boheme, Kunst, Mode, mädchenhafte Lieblichkeit, Sexyness, ewig unerfüllte Sehnsucht über einem Grundton von Depression" (Vanity Fair)"  
Extrem laut und unglaublich nah von Jonathan Safran Foer wurde mir von einer Freundin empfohlen und ich bin begeistert:
Oskar Schnell ein kleiner Schlaumeier, lebt mit seiner Mutter und Großmutter in New York und bereits im Alter von 9 Jahren verteilt er seine Visitenkarten, auf denen er sich selbst als Erfinder, Goldschmied, Amateur-Entomologe, Frankophiler, Veganer, Origamist, Computer-Spezialist, Sammler ausgibt. Während er versucht das Rätsel um seinen Vater, der am 11. September gestorben ist, zu lösen, macht der sich auf und findet in allen fünf New Yorker Stadtteilen interessante und skurrile Geschichten.
Nachdem mir Paolo Coelhos "Veronika beschließt zu sterben" mehr als gefallen hat, habe ich mir im Abverkauf auch "Der Alchimist" gekauft. Bisher habe ich es noch nicht gelesen, aber folgendes sagt Amazon:
In einem der Bücher des Engländers erfährt Santiago, ein andalusischer Hirte, zum ersten Mal von den Alchimisten -- Männern, die glaubten, dass, wenn man ein Metall jahrelang erhitzt, es sich von all seinen individuellen Eigenschaften befreien würde, und dass das, was übrig bliebe, die "Seele der Welt" sei. Natürlich trifft er irgendwann tatsächlich auf einen Alchimisten, und die daraus entstehende Lehrer-Schüler-Beziehung rückt das irrige Weltbild des Jungen zurecht, während sie ihn gleichzeitig dazu ermutigt, seinen Träumen treu zu bleiben. "Mein Herz fürchtet sich davor, zu leiden", vertraut der Junge dem Alchimisten eines Nachts an, als sie in den mondlosen Himmel schauen.
"Die Bücherdiebin" von Markus Zusak:
Liesel Meminger wächst während der NS-Zeit bei ihren Pflegeeltern auf und sie trifft zum ersten Mal auf den Tod am Grab ihres kleinen Bruders, wo sie auch ihr erstes Buch stiehlt. Seitdem muss sie immer wieder Bücher stehlen und durch ihre Liebe zu den Bücher, erlangt der Tod Sympathie für sie.
"Faserland" von Christian Kracht, wurde noch letzte Woche von der Welt als Roman der der eine ganze Generation prägte betitelt:
"Krachts Icherzähler lässt sich mittreiben, nimmt teil am müßigen Luxusleben, steigt in den besten Hotels ab, Hamburg, Frankfurt, Zürich, stilvolle Partys, viel Alkohol, noch mehr Zigaretten, und bleibt doch bei all dem seltsam unbeteiligt. Nur hin und wieder kann er sich für Momente zu ein klein wenig Hass oder Mitleid aufraffen. So etwas wie Begeisterung glimmt einzig in ihm auf, wenn er von Isabella Rossellini träumt, mit der er Kinder haben und auf einer Schweizer Alm leben möchte, weit weg von Deutschland, dieser großen Maschine im Norden, "die sich selber baut"."
Die "Häfen der Levante" von Amin Maalouf, werde ich als nächstes lesen:
"Erzählt wird die Lebensgeschichte des Ossyan Ketabdar. Aufgewachsen in der Türkei, verschlägt ihn das Schicksal in den zwanziger Jahren zunächst in den Libanon und später nach Frankreich. Dort schließt er sich bei Kriegsausbruch 1939 der Resistance an. Dabei lernt er Clara kennen, eine Jüdin aus Graz. Nach Kriegsende heiraten die beiden und leben abwechselnd in Beirut und Haifa. Doch bereits 1948 erlaubt der israelisch-arabische Krieg keinen Grenzübertritt mehr. Ossyan gelingt noch die Rückkehr nach Beirut, Clara, die ein Kind erwartet, bleibt in Haifa zurück. Ossyan erkrankt daraufhin und wird in eine Klinik eingewiesen, in der er Jahrzehnte eingesperrt bleibt."
"Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" von Milan Kundera ist ein Klassiker:
"Tomas, erfolgreicher Chirurg an einem Prager Krankenhaus, hat eine gescheiterte Ehe hinter sich und sucht erotische Abenteuer ohne emotionale Abhängigkeit. Er lernt Teresa, eine Kellnerin aus der Provinz, kennen, die ihn liebt und ihn ganz für sich beansprucht. Teresa ist mit großen Gefühlen gesegnet und kann sich mit der Unverbindlichkeit kurzweiliger erotischer Beziehungen nicht abfinden. Sie drängt sich in sein Leben, quält ihn mit ihrer Eifersucht und leidet unter seinen Eskapaden.
Die politischen Verhältnisse spielen in diese Beziehung hinein. Der Prager Frühling wird niedergeschlagen, Tomas und Teresa fliehen in die Schweiz. Dorthin verschlägt es auch die Malerin Sabina, eine von Tomas’ Geliebten aus Prag, zu der er sich erneut hingezogen fühlt. Teresa ist dieser Konstellation nicht gewachsen und kehrt, obwohl sie das sowjetische Besatzungssystem hasst, in die Heimat zurück. Tomas »erkrankt an Mitgefühl« und reist ihr nach."

Kommentare:

  1. Mir gefällt es, dass du hier wieder so aktiv bist :)
    "Extrem laut und unglaublich nah" ist übrigens echt ein tolles Buch - hab ich auch schon gelesen :)!

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  2. Ich hab "Die Bücherdiebin" jetzt schon zweimal gelesen und ich war bei jeden Mal einfach unglaublich und extrem begeistert. Und so viel geweint wegen eines Buches hab ich auch noch nie...

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